Brigitta Imme

Mitglied

Erstbetreuung:

Prof. Dr. Iris Hermann (Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft)

Zweitbetreuung:

Prof. Dr. Doerte Bischoff (Hamburg)

„Pfade in Utopia“?
Topographien in der deutschsprachigen Literatur Mandatspalästinas/Israels

 

Das Dissertationsprojekt setzt sich zum Ziel, erstmalig das historiographische Potential eines diachronen Korpus der deutschsprachigen Literatur Mandatspalästinas/Israels zu erfassen, das die Verwirklichung der zionistischen Utopie von der Mandatszeit bis zur Staatsgründung nachzeichnet, aber auch eine  postzionistische Perspektive mit einschließt.

Die Studie analysiert Texte der als Sonderfall des Exils charakterisierten Literatur Mandatspalästinas/Israels und entsteht an der Schnittstelle von Erinnerungsforschung, dem Forschungsfeld zur „Utopie im Exil“ sowie der Raumforschung der Jüdischen Studien. Im Zentrum des Forschungsinteresses steht die Untersuchung der Relevanz religiöser, zionistischer bzw.  säkular-modernisierender Geschichtsdeutungen für die Literarisierung der freiwilligen oder durch nationalsozialistische Verfolgung erzwungenen „Heimkehr“ nach Palästina/Israel. Forschungsleitend ist dabei die Frage, inwiefern die (vermeintliche) „Rückkehr in das Land der Väter“ in den literarischen Narrationen utopisch, mythisch oder dystopisch gedeutet wird, und welche Entwürfe von Alternativgeschichte in den korpuskonstituierenden Prosatexten artikuliert werden.

Weil die dort literarisierten Deutungen Jüdischer Geschichte in teils spannungsvollem Kontrast zu Bubers sozialphilosophischem Werk „Pfade in Utopia“ stehen, in dem er die Kultivierung Palästinas als nicht gescheiterte Verwirklichung des Sozialismus bewertet, wurde das Buberzitat im Arbeitstitel mit einem Fragezeichen versehen.

 

Förderung

Stipendium des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks

Biographie

WS 2018: Immatrikulation als Promotionsstudentin der Neueren deutschen Literaturwissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg

2015/Juli: Magisterabschluss mit Auszeichnung (Note 1,0) an der Ludwig-Maximilians-Universität MünchenTitel der Magisterarbeit: „bei uns sprechen die Steine“. Trauma und Paradox bei Nelly Sachs und Hilde Domin
2014/Juni: Forschungsaufenthalt im Deutschen Literaturarchiv Marbach zur Erschließung der in weiten Teilen noch unveröffentlichten Korrespondenz zwischen Nelly Sachs und Hilde Domin im Rahmen der Magisterarbeit, gefördert vom Studienbüro der Fakultät Sprach- und Literaturwissenschaften
2014/Januar – Juli: Ivritkurse an der Jüdischen Volkshochschule in München
SoSe 2009 – WS 2015: Magisterstudium der Neueren deutschen Literaturwissenschaft, Evangelischen Theologie und der Deutschen Sprache und Literatur des Mittelalters an der Ludwig-Maximilians-Universität München

Praktikum

2017/Januar – März: Praktikum beim Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Bad Nauheim

Tätigkeitsschwerpunkt: Mitorganisation des Festaktes zur Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille in der Frankfurter Paulskirche

Arbeits- und Forschungsschwerpunkte

Deutsch-jüdische Literatur mit dem Schwerpunkt auf der deutschsprachigen Literatur Mandatspalästinas und Israels

Exilliteratur

Trauma und Literatur

Lehrtätigkeit

Proseminar Lyrik nach der Shoah im SoSe 2019

Vortragstätigkeit

Organisation und Konzeption der literarischen Soiree „Die Verwandlungen der Welt – zur Lyrik von Nelly Sachs“ in der ehemaligen Synagoge in Altenkunstadt am 21.02.2016