Masterclass und Gastvortrag „Die Ordnung der Zeit: astronomische Mimesis und Kalenderpraktiken“

Veranstaltung

Liebe Mitglieder der Graduiertenschule,

herzliche Einladung zum 2. virtuellen Gastvortrag von Alexander Honold und insbesondere auch zur Teilnahme an der dazugehörigen Master-Class am 9.7. von 9 bis 12 Uhr. Bitte umgehend Kontakt mit Prof. Honold aufnehmen, wenn Sie interessiert sind, an den Master-Classes teilzunehmen, um Ihr aktuelles Projekt und Ihre Interessen mitzuteilen.

Beste Grüße,
Ihr Friedhelm Marx (Institut für Germanistik) und
Kai Nonnenmacher (Sprecher der BaGraLCM)

 

Prof. Dr. Alexander Honold (Universität Basel)
Johann von Spix-Gastprofessor der Otto Friedrich Universität Bamberg

Die Ordnung der Zeit: astronomische Mimesis und Kalenderpraktiken in der Kultur- und Literaturgeschichte

Mittwoch, den 8. Juli 2020, 18 Uhr
Sie können online über Zoom teilnehmen und sich an der anschließenden Diskussion beteiligen! https://unibas.zoom.us/j/98171751688
Meeting-ID: 981 7175 1688

Ewiger Kalender (Julianisch) von 1690 aus Graubünden/CH (Annahme des Gregorianischen Kalenders erst im 18. Jh.)

Wie stark unsere gesellschaftlichen Zusammenhänge allgemein und besonders auch die Literatur als ‚Zeitkunst‘ von denjenigen Rhythmen und Verlaufsformen durchwirkt ist, mittels derer sich die Gestirne und Planeten dem menschlichen Leben früherer Kulturstufen eingeschrieben haben, wird erst deutlich, wenn wir den weit zurückreichenden Traditionslinien der neuzeitlichen Kalenderordnung nachgehen. Die Zwölfzahl der Monate und Tierkreiszeichen, die sieben Planeten und Wochentage, überhaupt: der Rundlauf des Uhrzeigers auf dem Zifferblatt sind Grundformen astronomischer Mimesis, deren ästhetische Prägnanz bis heute nachwirkt und das alltägliche wie das literarische Zeiterleben bestimmt. Der Vortrag geht den wissensgeschichtlichen Dimensionen der Kalenderordnung nach und stellt die astrokalendarischen Grundlagen unserer Zeitrechnung und Datierungsformen vor.

 

Alexander Honold

stu­dier­te Ger­ma­nis­tik, Kom­pa­ra­tis­tik, Phi­lo­so­phie und La­tein­a­me­ri­ka­nis­tik in Mün­chen und Ber­lin. Pro­mo­tion 1994 an der Freien Uni­ver­si­tät Ber­lin mit einer Ar­beit über Ro­bert Mu­sil und den Ers­ten Welt­krieg. Habi­li­ta­tion 2002 an der Hum­boldt-Uni­ver­si­tät zu Ber­lin mit einer Stu­die über die Astro­no­mie im Werk Fried­rich Höl­der­lins. Seit Herbst 2004 Ordi­na­ri­us für Neue­re deut­sche Li­ter­atur­wissen­schaft an der Uni­ver­si­tät Basel. Forschungsgebiete: Erzählforschung (Gattungs-, Formen- und Mediengeschichte des Erzählens); Kulturtheorie der Klassischen Moderne; Reiseliteratur, interkulturelle und postkoloniale Literaturwissenschaft; Semantik der Landschaft und kulturelle Topographie; Geschichte kultureller Zeitordnungen (Astronomie, Kalender, Rhythmen und Jahreszeiten)

 

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